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22 August 2018

Bundesliga online: Wer ist Meister des Social Buzz?

Der Social Buzz der Bundesliga – wer wird Meister?

„Social Data Intelligence“, „Monitoring“ und „Medienanalyse“ klingt erst mal nicht nach „Das Runde muss ins Eckige“ wie in der Bundesliga. Im Gegenteil, im Onlinemarketing sollte das Runde zu dem Runden und das Eckige zu dem Eckigen. Man wird keine Biere in die Luft fliegen sehen, wenn eine Query die gesuchten Daten ausspuckt; keine wochenlange Diskussion darüber haben, ob die Onlinepräsenz wirklich „verdient“ war und einen Platzverweis gibt es auch nicht nur, weil man seine Konkurrenz hinten liegen lässt.

 

Jaja José…Ich möchte Fußball hier nicht mit Datenanalyse vergleichen, sondern mit Hilfe unserer Social Data Analyse Plattform und dem Research Team ein paar interessante Statistiken der Bundesliga aufdecken, die in der Sommerpause entstanden sind. Über wen wird wie geredet? Und wie steht die Bundesliga in Relation zu den anderen europäischen Top-Ligen eigentlich?

 

 Und der deutsche Social Media Meister ist…

… der FC Bayern München.

Instagram Follower (Stand:17.8.2018)

Wie langweilig für alle, außer den Fans der Bayern. Die sind auf Instagram alleine bereits 13,7 Millionen Follower, mehr als doppelt so viele wie der zweitplatzierte Borussia Dortmund. Wie Sie sehen können, hängen beide Vereine den Rest, angeführt von Schalke 04, deutlichst ab. Nicht ein Mal 10% der Follower kann der Drittplatzierte gegenüber dem Zweiten aufweisen.
Erwähnenswert ist auch der VfL Wolfsburg, welcher hier auf Platz 5 angeführt wird, obwohl er nicht als Verein mit einer großen Fangemeinde bekannt ist. Dies könnte an einer guten Online-Strategie liegen.

Bei genauerem Hinschauen, erkennt man aber eine unterdurchschnittliche „Engagement Rate“ von nur 0.4 %, was auf eine große Anzahl an inaktiven Followern hindeutet. Zum Vergleich: Dortmund und Bayern erreichen etwa 1,5 % Engagement Rate mit einem deutlich größeren Publikum. Auch Bayer Leverkusen, unmittelbar vor Wolfsburg, schafft 1.2 %

..und abgesehen von den Followern?

Die Anzahl der Follower ist natürlich wichtig, da sie ein Indikator für die internationale Bekanntheit und Beliebtheit der Marke ist.  Nicht jeder Follower ist aber auch interessiert. Abgesehen von nicht-menschlichen Bots, gibt es auch Follower, die zum Beispiel interessiert sind an einem gewissen Spieler des Vereins oder dem deutschen Fußball generell. Was ich damit sagen will: Nicht derjenige, der folgt, sondern der, der darüber redet – eine Meinung dazu hat – ist wirklich interessiert. Um herauszufinden wann, wo und wer das ist, kommt nun unser Data Intelligence Tool „Linkfluence Search“ ins Spiel, mit welchem es ein Leichtes ist, Soziale Netze, Webseiten und andere Medien zu analysieren.

Am meisten geredet wurde diesen Sommer nämlich nicht über Bayern München, sondern über Borussia Dortmund!
Über denselben Zeitraum wurde der BVB online etwa 110.000 Mal erwähnt, während Bayern München nicht einmal die Hälfte an Aufmerksamkeit bekam: nur etwa 44.000 Erwähnungen im Netz und somit noch etwas schwächer als Bayer 04 Leverkusen mit knapp 45.000.
Der Inhalt dieser Posts ist bei den Bayern auch nicht gerade positiv. Die Sentiment Analyse hat ergeben, dass fast 7 % dieser eindeutig negativ eingestuft sind. Man sagt, die größeren Vereine müssen mehr Kritik einstecken aber dieser Wert wird nur von RB Leipzig unterboten, dessen Erwähnungen zu 9 % deutlich negativ ausfallen.

Aber woran liegt das?

Der FC Bayern hat einfach zu wenig Aufmerksamkeit erregt. Sie haben keine bekannten Zu-oder Abgänge abgeschlossen; in der Weltmeisterschaft sind die Spieler der Bayern nicht weit gekommen und auch international wurden nur 2 Testspiele in 3 Tagen in den USA bestritten.
Die interessantesten Themen der Bayern waren der Neuzugang Trainer Niko Kovač, der bereits vor Saisonende bekannt war, sowie Lewandowskis Wille zu gehen, was sich nie konkretisiert hat. Der Verein war in der Sommerpause also tatsächlich zu untätig für die Medien und seine Fans.

Auf der anderen Seite, hat Dortmund sich stark verstärkt. Abdou Diallo (5.500 Posts), Thomas Delaney (7.500 Posts), Axel Witsel (17.400 Posts) wurden gekauft und versprühen Illusionen. Ein weiterer Pluspunkt für Dortmund ist das junge Top Talent aus Amerika Christian Pulisic. Obwohl sich die USA für die Weltmeisterschaft 2018 nicht qualifizieren konnte, ist der 19 jährige die Hoffnung des ganzen Landes. Er selbst hat auf Instagram alleine 1.1 Millionen Follower, nur weniger als Bayern und Dortmund. Dies muss auch der Grund dafür sein, dass der BVB in Amerika mehr erwähnt wird als alle anderen Bundesligavereine.

Bayer Leverkusens Onlinepräsenz ist ebenfalls erwähnenswert und vor allem Bernd Leno geschuldet. Der deutsche Nationalkeeper wurde nach längerem Hin und Her nach London verkauft. Dieser Transfer sorgte in England für viel Furore, da er als starker Keeper gilt und Petr Cech, den Alttorhüter ablösen soll. Auf dem folgenden Topic Wheel sind die Hauptthemen, die mit Leverkusen in Verbindung gepostet wurden, zu sehen.

Topic Wheel zu „Bayer 04 Leverkusen“

 

Bundesliga Online: Fazit

 

Alles in allem ist die Bundesliga in den letzten Jahren sportlich zurückgeworfen worden: Das letzte Mal, dass eine deutsche Mannschaft einen europäischen Titel gewonnen, hat war 2013. Seither hat man kein Finale mehr erreicht.
Online sieht das ähnlich aus. Zum Vergleich: in der spanischen LaLiga teilen sich FC Barcelona und Real Madrid alleine über 120 Millionen Follower und in der englischen Premier League gibt es immerhin 5 Vereine, die mehr als 8 Millionen erreichen. Selbst in Italien, Frankreich und sogar in der Türkei (Galatasaray: 4,9 Millionen Follower) sind die Fußballfans interessierter. In einem immer internationaler werdenden Sport wie Fußball ist dies ein gefährlicher Trend, da die Bekanntheit der Marke oft gleichzusetzen ist mit neuem Einkommen und dementsprechend theoretisch auch mit sportlichem Erfolg.

Bis auf den BVB und dem FC Bayern sollte die Bundesliga an ihrer Onlinestrategie, welche gut zu der generellen deutschen Sicht auf „digital“ passt, überdenken. Nur so kann die Kluft zwischen der deutschen Liga und den anderen europäischen Top Ligen nicht weiter wachsen.

Letztendlich kann man das alles aber auch romantischer sehen. Am Ende geht es doch um den Fußball und um die Emotionen, die er in uns auslöst. Wenn heute Abend, Freitag der 24. August, 20:30 Uhr der Ball läuft und die Meute im Stadion tobt, vergessen wir schnell, dass die Bundesliga online wenig Präsenz hat, und erinnern uns daran, dass die Bayern nicht schon wieder Meister werden dürfen.

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