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05 März 2018

Eine Social-Listening-Analyse: Was sagt das social Web zur neusten Shopping-Technologie von Amazon?

Wir haben uns mit der Reaktion auf eine der fortschrittlichsten Shopping Technologien beschäftigt: Was sagt das Social Web dazu?

Am 22. Januar war es soweit: Die Zukunft des Einzelhandels öffnete seine Pforten! Nach mehr als einem Jahr Testphase durch Mitarbeiter ist nun Amazon Go’s “Just Walk Out” Laden in Seattle endlich für die Öffentlichkeit zugänglich. Wir haben mithilfe unserer Social Media Monitoring Platform Radarly eine Social Listening Analyse gestartet.

Nach einer ersten Online-Prognose scheint es, als gäbe es für Amazon keine großen Überraschungen: Wie es der Konzern schon viele Jahre gewohnt ist, reagierte das Web lautstark! Die erste Woche der Eröffnung hatte ein Postvolumen von 5.234 mit einer Reichweite von knapp über 18 Millionen; eine Woche später kam dann ein Rückgang der Lautstärke um 77%.

Amazon Go Platform Analysis

Das kam wohl kaum überraschend. Am Tag der Eröffnung war Amazon Go DAS Thema im Internet. Dadurch, dass News und Technologie-Seiten über die Eröffnung berichteten, waren Websites die wichtigste Plattform für Kommunikation. Immerhin machten Sie 39% der Gesamtnennungen aus.

Der Fokus lag dabei auf dem modernen Element der Kassierfreiheit, dicht gefolgt von der Diskussion über die Bequemlichkeit. Viele andere Online Gespräche befassten sich mit den Themen Sicherheit und Ladendiebstahl.

Amazon Go Topics
Themen Diagramm: Drei der am meist diskutierten Themen während der Eröffnungswoche ( Kassierfreiheit | Ladendiebstahl | Komfort)

Dann gab es natürlich noch die Stimmen, die einen Fehler im System finden wollten – Arstechnica schickte einen ihrer Reporter vor Ort, der eine Ladendiebstahl begehen sollte, während ein Team von CNDB versuchte, „aus Versehen“ einen Joghurt zu klauen. Gianna Puerini, Head of Amazon Go, sagte gegenüber CNDB : „Das passiert so selten, dass wir nicht mal versucht haben, ein Feature dafür einzubauen. Ich mache das jetzt seit einem Jahr und warte immernoch auf den ersten Fehler.“

Amazon Go: Die erste Reaktion

Der Hashtag #AmazonGo machte in der ersten Phase (22. -28. Januar) 11% der Konversationen aus. Yahoo’s Facebook Seite teilte den am meist verbreiteten Post via In the Know mit einem 49-Sekunden Erklärer-Clip über das Einkaufserlebnis. Damit erreichten Sie 2 Millionen Zuschauer, zählten 5.3k Likes und 2.4k Shares. Darunter war auch der Influencer @MikeQuindazzi, Managing Director of Strategy bei @PWC. Sein Post wurde 260 mal retweeted und erreichte 11.5k Menschen.

Für Erstkunden waren die zentralen Highlights die Effizienz und die Einfachheit des Einkaufens – und viele wollten es selbst erleben! Der Post von Instagrammerin Curiosity and Adventures (@alladanyliuk) ging am viralsten. Darin sagt Sie: “Ich habe meinen Einkauf dort sehr genoßen. Einfach und schnell!”

Im Grunde hat Instagram den Preis für die begeistertsten Kunden gewonnen; die Platform zeigt die höchste positive Stimmung aller sozialen Kanäle. Zwar trug die Plattform nur 3% zur Gesamtkonversation bei, die positive Stimmung lag jedoch bei ganzen 69%. Die Gespräche hier wurden von Kunden vorangetrieben, die ihre Reaktionen auf Amazon Go sofort teilen. Die Mehrzahl der Besucher war von der ersten Erfahrung im Store beeindruckt. Shopper @fmron  beendete seinen ersten Einkauf innerhalb von sage und schreibe 1 Minute und 33 Sekunden. Als Beweis teilte er einen digitalen Beleg.  User @_freedomwriter_ postete einen kurzen Clip von seinem Besuch im Store. Er schreibt dabei, dass ihm der Store gefallen hat und er ihn mit 5 Sternen bewertet. Der Clip wurde von 338 Menschen angesehen.

|| Amazon Go opened to the public yesterday and we had to try it out! A newly realized cashier-less brick-and-mortar storefront concept from Amazon that charges you for purchases by tracking your actions with sensors on the ceiling and shelves which register the items you pick up and put down, adding to and removing from your virtual shopping bag accordingly. When you enter, you scan a QR code on your Amazon Go app which is linked to your Amazon account. Shopping etiquette is a little different in that you skip the cart and bag your items right from the shelf. Then to check out, simply walk through the checkpoint and out the front door without breaking stride. In about 5 minutes, your card is charged for the items you picked up at the store. In and out without the hassle of waiting in line. I give it two thumbs up ???? and 5 stars ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. Good work, @Amazon. || 23-01-2018 20:09

A post shared by Lochlainn Túathal Ó hEaghra Ⓥ (@_freedomwriter_) on

Die Begeisterung galt aber nicht nur der Technik oder dem Shopping-Erlebnis. Vielen Nutzern ging es auch einfach nur darum, dabei zu sein. User @angela_beeler war einfach nur stolz, den weltweit ersten Amazon Store zu besuchen. Zu ihrem Post schrieb sie: „Ich fühle mich, als sei ich heute ein Teil der Geschichte gewesen.“

Trotz allem kamen nicht nur positive Resonanzen. Einige Verbraucher zweifelten an den Folgen des AI-betriebenen Geschäfts. „Was ist mit Datenschutz und Privatsphäre?“ fragte @mariekekortsmith. Hierbei ist jedoch unsicher, ob diese Frage progressiv oder regressiv gemeint war.

Tech-Geeks fliehen sich in Foren

Angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Ganzen um äußerst komplexe Technik handelt, wurde die Branche mehr als neugierig. In Scharen versammelten Sie sich in Online Foren, um ihre Meinungen zu diskutieren.

Im Hardware Magazin Forum AnandTech begann eine Debatte über die Effizient des Services. Ein skeptischer User, KB, bezog sich in seiner Argumentation auf einen Artikel von Bloomberg. Darin wird die Kosteneffizienz in Frage gestellt. Es würde eine riesige Menge an Geld ausgegeben werden, um eine ohnehin schlecht bezahlte Stelle zu eliminieren: Die der Kassiererin / des Kassierers. Als jemand, der in der Technologie-Branche arbeitet, behauptet er: „Erstmal klingt das nach magischer Technik. Aus Erfahrung weiss ich jedoch, das es immer irgendwie scheitert, besonders wenn es 24/7 laufen muss.“

Amazon Go Tech Forum

Ein anderer User hingegen, momeNT, mochte den Service ohne Kassierer. Ihm gefiel, dass dadurch keine soziale Interaktion erforderlich sei, was das Einkaufserlebnis erleichtere.

Auf dem Mac und Apple News Forum Macrumors, unter dem thread “Amazon Go”, diskutierte Monster620ie mit. Er befindet den Schritt, Kassierer zu ersetzen, als sinnlos. Gasu E. antwortete, dass der Einsatz von Helfern viel wichtiger sei, als Kassierer: „Was ich brauche sind Leute, die durch den Laden laufen und mir helfen, meine Produkte zu finden. Nach meinen bisherigen Kenntnissen gibt es diese Leute bei Amazon Go.“

Wo liegt der Knotenpunkt all dieser Unterhaltungen?

Die neue Geolocation-Funktion von Radarly trackte die meisten Konversationen von Verbrauchern im Raum Seattle. Keine Überraschung! Die Platform hat 219 Konversationen in diesem Zeitraum aufgenommen. Von diesen 219 Konversationen fanden 155 direkt in der Amazon Go Filiale statt (7th Avenue, zwischen Blanchard und Lenora Street).

Amazon Go Geolocation

Die Kunden posteten während und nach ihrem Besuch im Store. @soeren.teilzeit teilte seine neue orangefarbene Amazon Go Tasche in der Nähe des Stores; sein Post bekam 26 Likes.

Und nun?

Die anfängliche Begeisterung ist vorbei, Gespräche lassen nach. Ein Großteil der Diskussionen wendet sich nun der Frage zu, was dies für den Einzelhandel bedeutet. Foodbeast promotet auf Instagram einen Podcast, in dem es um die Lage von Lebensmittelgeschäften im Jahr 2018 geht. Der Post sagt: “Das Einkaufen soll durch Technologien wie Amazon Go, Prime oder Fresh einfacher werden. Doch all diese Optionen scheinen den Prozess nur zu erschweren.“ Mit diesem Post wurden 85.7k Menschen erreicht. Damit war er in der Woche vom 14. bis 20. Feburar  in den TOP5 der höchsten Reichweite.

Lage in Deutschland

Dieses Jahr sind 6 weitere Store-Eröffnungen in Planung. Auch in Deutschland? Wohl eher nicht. Mit Amazon Fresh hat das Unternehmen bereits eine seiner Technologien nach Hamburg, Berlin und München gebracht. Ladenbesitzer fürchteten zu Beginn, dass nun das Ende des Einzelhandels bevorstehe. Jedoch entpuppte sich diese Angst als Panik. Die Verbraucherzahlen machen nur einen Mikroanteil des Gesamtkonsums aus. Amazon wird versuchen, erst einmal Stabilität in Fresh zu bringen und ihre Zahlen maximieren. Momentan gibt es also noch keine Anzeichen dafür, dass wir in Deutschland bald in Amazon Go Stores shoppen können.

Und was denken Sie? Ist Amazon Go ein technisches Strohfeuer oder tatsächlich die Zukunft des Einzelhandel? Teilen Sie ihre Meinung und beteiligen Sie sich an der Online Debatte. Vergessen Sie nicht, uns zu makieren, damit wir ihren Beitrag auch sehen können @linkfluenceDE

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