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23 November 2017

Wie Sie durch Social Insights den richtigen Micro-Influencer für Ihre Marke identifizieren können

Die aktuelle Diskussionen über Influencer-Marketing schlagen hohe Wellen. Es scheint so, dass man als Marketer quasi dazu gezwungen ist, sich einen Influencer zu schnappen und diesen über die eigene Marke reden zu lassen. Doch die Idee, eine einflussreiche Person für seine Marke zu gewinnen und dadurch potentielle Kunden zu erreichen, ist keine neue. Zu einer einflussreichen Person gehören auch immer Menschen, welche von dieser Person Zuspruch bzw. Sponsoring haben wollen.

Das Gleiche gilt auch für Marken. Solange es Marken gibt, die sich ein Sponsoring von Influencern wünschen, gibt es Influencer, die in diesem Wunsch eine Möglichkeit sehen, gutes Geld zu verdienen. Heutzutage verlangen die prominentesten Influencer 50.000 $ und aufwärts für einen einzigen Post. Dieser wird dann zwar von Millionen gesehen – doch das was eigentlich zählt, die Engagement- und Recall-Rate, befindet sich meist auf einem sehr, sehr niedrigen Niveau.

Betrachtet man nun, wie Influencer vor einigen Jahren und heute agieren, so lässt sich ein großer Unterschied feststellen: die Technologie. Die Rolle der Influencer wurde durch die Einführung und das Wachstum von Social Media demokratisiert, was bedeutet, dass heutzutage jeder ein Influencer sein kann. Der technologische Fortschritt eröffnet jedoch nicht nur die Möglichkeit des Influencer-Daseins, sondern auf der Seite der Unternehmen die vereinfachte Identifikation und Kontaktierung von Influencern vor allem durch die Nutzung von Social Insights.

Authentischeres Engagement und bessere ROI durch Micro-Influencer

Verlagern Sie deshalb Ihren Fokus von prominenten Accounts mit großen Namen hin zu mehreren kleineren Accounts mit einer zwar kleineren, aber nicht weniger unerheblichen, Anzahl an Followern. Diese Accounts sind bekannt als „Micro-Influencer“. Anstatt das große Geld für einen einzigen Post von einem einzelnen Prominenten auszugeben, können Sie sich Ihr Budget besser einteilen und direkt mehrere dieser Micro-Influencer anwerben.

Laila Loves vs. Kim Kardashian. Quelle: Influence Marketing Hub.

Nach einer Studie von Dr. Jonah Berger, Autor von „Contagious: Why Things Catch On“, waren 82% aller Konsumenten „sehr wahrscheinlich“ dazu bereit, einer Empfehlung eines Micro-Influencers zu folgen. Ein kleinerer Account wird als authentischer, vertrauenswürdiger und glaubwürdiger angesehen, wenn es um die Bewerbung von Produkten geht. Die Follower haben das Gefühl, dass die Influencer das Produkt auch privat nutzen würden. Zusätzlich besitzen Micro-Influencer in der Regel eine viel engagiertere Follower-Basis – im Gegensatz zu einer Kim Kardashian, bei welcher ein Post zwar millionenfach gesehen wird, aber die Engagement-Rate sowie die Markenwiedererkennung praktisch nicht existent sind.

Mit dem Ziel, ein Muster hinter dem Engagement zu finden, untersuchte Markerly über 800.000 Instagram Nutzer und 5 Millionen Posts: die Ergebnisse zeigen den Vorteil der Micro-Influencer.

  1. Nutzer mit 1 Millionen bis 10 Millionen Followern bekamen Likes nur zu 1,7%, gemessen an der gesamten Anzahl an Followern
  2. Nutzer mit 1.000 bis 10.000 Followern bekamen Likes zu 4%
  3. Instagram Nutzer mit weniger als 1.000 Followern generierten Likes zu 8%

In einer anderen Untersuchung fand HelloSociety heraus, dass Micro-Influencer 22,2-mal mehr wöchentliche Konversationen haben als der durchschnittliche Nutzer. Micro-Influencer schaffen zu 60% höhere Kampagnenengagement-Raten und diese Kampagnen sind 6,7-mal effizienter als bei Influencern mit einer größeren Followerbasis. Das ist vor allem deswegen der Fall, weil Micro-Influencer eine Followerbasis bestehend aus hoch motivierten und engagierten Nutzern geschaffen haben, welche wirklich am Content der Micro-Influencer interessiert sind. Aus den hohen Engagement-Raten lässt sich schließen, dass es viel kostengünstiger ist, sich mit Micro-Influencern zu beschäftigen.

CEO Kyla Brennan sagte in AdWeek: “Influencer Marketing kann immer noch sehr effektiv sein, wenn diese als Gleichgesinnte angesehen werden. Wenn wir von Prominenten mit Millionen von Followern sprechen, glaubt kaum einer daran, dass dieser Promi ein wirklicher Fan des Produktes ist, was er da gerade bewirbt.“

Es stimmt, dass ein großer Teil des Aufstiegs der Micro-Influencer den geschrumpften Budgets und dem gesteigerten Drang zu einer besseren ROI im sozialen Bereich geschuldet ist. Zu der gesteigerten Kosteneffizienz kommt hinzu, dass 97% aller Micro-Influencer auf Instagram weniger als 500$ für einen Werbepost verlangen. Wahrscheinlich ist dies ein Grund dafür, warum eMarketer festgestellt hat, dass 48% aller Marketer sich dazu entschieden haben ihr Budget für Influencer-Marketing im Jahr 2017 aufzustocken, während nur 4% Pläne hatten, ihr Budget zu senken.

Den richtigen Influencer für Ihr Themengebiet

Wie finden Sie nun den zu Ihnen passenden Influencer? Mit Monitoring-Tools wie unserem Radarly lassen sich Projekte für Ihre spezifischen Keywords oder für Ihre Themengebiete aufsetzen. Anschließend können Sie analysieren, welche Accounts am häufigsten aktiv sind oder welche die meisten Follower bzw. das höchste Engagement haben. Im weiteren Verlauf hilft die Eingrenzung Ihrer Suche nach Geschlecht, Alter, Standort, Familienstatus und vielen weiteren Parametern, um eine Influencer-Segmentierung in wenigen Sekunden vorzunehmen.

Ein Beispiel der Influencer Segmentierung in Radarly

 

Influencer Demographie in Radarly

Nachdem Sie Influencer mit Potential identifiziert haben, stellen Sie sich folgende Fragen:

  1. Sind die Influencer relevant für Ihr Unternehmen und Ihre Marke?
  2. Ist deren Content vereinbar mit Ihrer Botschaft oder Ihrer Kampagne?
  3. Sind Sie sicher, dass die Influencer nicht polarisieren oder zu kontrovers sind?  Diese werden letztlich eine Erweiterung Ihrer Marke sein.
  4. Glauben Sie, dass Ihre Influencer auch Einfluss in Ihrer Nische haben?
  5. Wie engagiert sind die Follower?
  6. Wie regelmäßig posten die Influencer?
  7. Hatten sie bereits Kooperationen mit anderen Firmen?

Achten Sie zudem auf die Followerschaft der Influencer. Vor einiger Zeit gab es den Aufregung, da manche Influencer sich ihre Likes und Follower erkauft hatten. Lesen Sie also die Kommentare durch und achten Sie auf deren „Echtheit“ und halten Sie die Augen auf, ob Ihr potentieller Influencer nicht einem „fan-buying“-Service folgt.

Wenn Sie nun den richtigen Micro-Influencer gefunden haben, denken Sie daran, dass Beziehungen auch im Social Media Zeitalter immer noch extrem wichtig sind. Die Influencer arbeiten nicht für Sie, sie arbeiten mit Ihnen. Beziehen Sie sie in Ihre Kampagne mit ein, beim Kreativprozess, beim Setzen von Zielen und der entsprechenden Strategie, denn die Influencer kennen ihre Follower besser als Sie es tun. Dann steht dem Erfolg Ihrer Micro-Influencer-Kampagne nichts entgegen.

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